„Ich konnte durch Herrn Jungblut mein Lebenswerk in einer schwierigen Zeit in ordentliche Hände übergeben und ich bin davon überzeugt, dass der Käufer, Herr Dick die Gesellschaft positiv weiterentwickeln wird“, berichtet der Unternehmensverkäufer, Jürgen Sander von der Sander GmbH. Herr Sander stand mit seinen Mitarbeitern gegen Ende seiner unternehmerischen Laufbahn vor dem Problem der Unternehmensnachfolge. Er war einer von ca. 900 saarländischen Unternehmern, die dieses Problem in 2004 lösen müssen. Bundesweit stehen jährlich ca. 71.000 Unternehmer mit ca. 907.000 Beschäftigten vor diesem Problem.
Da Sander zu den wenigen Unternehmensverkäufern gehört, die im Nachhinein von einer sehr gelungenen Übergabe sprechen können, ist die Darstellung seiner Vorgehensweise umso interessanter. Wenn man bedenkt, dass man relativ selten von erfolgreichen Unternehmensübergaben in den Medien erfährt, stellt sich die Frage; Wie lösen die Unternehmer diese -meist einmalige aber wirtschaftlich doch sehr bedeutende- Fragestellung?
Unser
Wirtschaftsminister Dr. Hanspeter Georgi wollte diese interessante
Frage auch geklärt wissen und übernahm nach Übergabe der Geschäfte im
September spontan die Schirmherrschaft für die Veranstaltung
„Unternehmensnachfolge erfolgreich gestalten“ am 30.09.2004 in den
Räumen der neuen Sander-Meetech GmbH. Als Organisatoren
durften Frank Jungblut von der VSU AG, UnternehmensBörse Saar-Pfalz und
Ludwig Hoffmann vom Arbeitskreis für Wirtschaft (akw) zu dieser
Veranstaltung 145 Gäste begrüßen.

Jürgen Sander, Frank Jungblut, Ernst Dick (v.l.n.r.) Foto: VSU AG
Dick wurde in der Datenbank bei der Unternehmensbörse Saar-Pfalz schon seit 3 Jahren als potenzieller Interessent mit entsprechendem Suchprofil geführt.
Nach Sicherstellung der Verschwiegenheit des Interessenten konnten die Verhandlungen in den festgelegten Zeitfenstern für die Prüfungen aus den Bereichen Recht, Finanzen und Steuern abgeschlossen werden.„Es ist nicht immer einfach, den Konsens herzustellen, oft scheitern die Verhandlungen an der mangelnden Einsicht der Parteien samt Beraterstab und außerdem vergessen viele Verhandlungspartner auch die Zeit nach der Übergabe“, so der Unternehmensvermittler.
Bei
Sander-Meetech konnten folgende Berater die Verhandlungspartner
überzeugen: Finanzierung: Josef Schumacher (Volksbank Dudweiler),
Steuern/Recht: Harald Kuntz/Michael Cullmann (W+ST).
Die Prüfungsarbeiten und die Verhandlungen konnten aufgrund der ordentlichen Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern der VSU AG binnen 5 Monaten erfolgreich abgeschlossen werden.
Die Sander GmbH beschäftigte sich seit 56 Jahren mit dem Vertrieb von Büro- und Objekteinrichtungen sowie Lagersystemen. Auf ca. 1.200 m2 werden in der Koßmannstraße in Saarbrücken die Produkte ausgestellt. Zuletzt wurden 8 Mitarbeiter beschäftigt, die mit Hilfe von CAD Arbeitsplätzen die individuellen Wünsche der Kunden geplant und ausgeführt hatten.
Die Mitarbeiter sind alle vom Fach und langjährig bei Sander angestellt.
Die Meetech GmbH ist im Bereich der schlüsselfertigen Call-Center, Kraftwerkswarten und Netzleitstellen tätig. Dipl.-Ing. Ernst Dick hatte als geschäftsführender Gesellschafter das Unternehmen vor 8 Jahren gegründet. Zu den Referenzobjekten der Meetech GmbH gehören u.a. das Call-Center der Sparda Bank in St. Ingbert, das Call-Center der Plus Card Service und die Saarenergie in Saarbrücken.
Der größte Anteil (45.000 Unternehmen mit ca. 573.000 Beschäftigten) der Unternehmensübertragungen erfolgt aus Altersgründen. Die zweitgrößte Gruppe (18.000 Unternehmen mit 226.000 Beschäftigten) stellt die unerwartete Nachfolge durch z.B. Krankheit oder Unfall dar.
Die rechtzeitige Regelung der Unternehmensnachfolge ist heute umso wichtiger geworden, weil dieses Kriterium beim Rating für Basel II ein sehr hohen Stellenwert hat. Der Unternehmer sollte sich ab seinem 55 Lebensjahr aktiv mit diesem Thema auseinandersetzen, so dass eine Übergabe ab 60 an geeignete Nachfolger möglicht wird. Je nach Komplexität und Branche des zu verkaufenden Unternehmens kann man von 0,5 bis 3 Jahren Projektdauer ausgehen, gibt Frank Jungblut an. Der Unternehmer sollte also rechtzeitig agieren bevor er nur noch unter dem Druck seiner Hausbank reagieren kann.